68: selbstorganisiert & antiautoritär

Zielgruppe:
alle Interessierten

Format:
Lesung & Gespräch

Lothar Binger liest aus seiner bewegten politischen Biografie 1967-1978

Wir freuen uns, eine erste Kooperation und Veranstaltung anzukündigen: die Lesung unseres Dozenten Lothar Binger im Literarischen Salon – dem Berliner Original seit 1995. Dies ist zugleich eine erste Zusammenarbeit mit dem 2005 gegründeten gemeinnützigen Verein „Freunde und Förderer des Literarischen Salons e.V.

Unsere beiden Vereine verbindet das Motto „Kunst und Kultur als Bildungsprinzip verändert alles“. Wir schaffen Formate für generationenübergreifende Begegnungen. Unser gemeinsames Anliegen: Vernetzen, kooperieren, Wissen teilen, politisch sein, Inspirationsquellen anbieten, zum Nachdenken anregen, teilnehmen am gesellschaftlichen Diskurs sowie Debatten anstoßen. Kurz: Das Miteinander fördern. Wir sind überzeugt, dass nur das gemeinsame Tun zum Abbau von Konflikten führt und positive Erkenntnis beschleunigt.

Wir danken Britta Gansebohm für die Initiative und Einladung in ihren Salon und freuen uns auf sie als Gastgeberin dieses Abends und Expertin für Salonabende. Die Gründung ihrer Kulturmarke “Der Literarische Salon” im Mai 1995 als erster öffentlicher Salon für Gegenwartsliteratur war die Initialzündung für die neue Salonkultur. Sie ist die Erste, die die Jahrhunderte alte Salonkultur wiederbelebte und die Einzige, die ihren öffentlichen Salon durchgehend über den langen Zeitraum von 24 Jahren führt.

Lothar Binger wird aus seiner politischen Biografie lesen „68 selbstorganisiert & antiautoritär: Die Jahre 1967 – 1978“ (Selbstverlag, erschienen im Oktober 2018).

Lothar Binger hat in Westberlin seit 1968 in etlichen Initiativen mitgewirkt, die es so zum ersten Mal gab. 1968 der erste Berliner Kinderladen, 1969 das Kinderladen INFO, 1968 die erste deutsche Undergroundzeitung Linkeck, 1970 die ersten linken Kinderbücher, 1970 Beginn der Stadtteilarbeit in Kreuzberg, Gründung des Lehrlingstheaters Rote Steine, Produktion der ersten Ton Steine Scherben Single, 1971 die ersten erfolgreichen Berliner Hausbesetzungen des Jugendzentrums Kreuzberg und des Rauch-Hauses als Ergebnis der Jugendarbeit. 1972 startete mit der Gründung der GUM, dem GUM-INFO und 1974 mit dem Positionspapier der erste Versuch, die Undogmatische Linke auf ein theoretisches Fundament zu stellen und im Frühjahr 1974 entstand mit dem INFO BUG (Berliner Undogmatischer Gruppen) ein wöchentliches Kommunikationsorgan für die Sponti-Linke in Westberlin, das über vier Jahre Bestand hatte. Das alles unter der Devise: Selbstorganisiert, undogmatisch, antiautoritär und antikapitalistisch. Diese Aspekte können bis heute Geltung beanspruchen.

„Binger, der selbst Agitationstheater machte, ein früher Hausbesetzer war, sich im Umfeld der Agitprop-Band „Ton Steine Scherben“ bewegte und Mitgründer der „Gruppe Undogmatischer Marxismus“ war, präsentiert ein eindringliches Zeitdokument.(…) Von besonderem Wert sind die vielen Auszüge aus Flugblättern und Streitschriften, die heute faszinierend-befremdlich wirken. (…) Wer wissen möchte, aus welchen Quellen sich die Gründung der Grünen speiste oder auch die „Taz“, der findet bei Binger viel zum Schmökern und Nachdenken.“ Gerd Nowakowski, Der Tagesspiegel vom 10.01.2019

Ergebnis:

DozentIn: Lothar Binger im Gespräch mit Britta Gansebohm