
Heute war ein spezielles Event: der 3ZERO Creathon.
Und Achtung, nun wird es etwas kompliziert ;):
Die Organisation 3ZERO, die von dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ins Leben gerufen wurde, hat weltweit über 25.000 Changemakers, über 58 Unterorganisationen und sogenannte 3ZERO Clubs, die sich für die Umsetzung dieser Idee einsetzen: Null Emissionen – Null Armut – Null Arbeitslosigkeit

Für Deutschland möchte Peter Spiegel – ein langjähriger Freund Muhammads – nun eine Landesorganisation gründen, für die es heute die Auftaktveranstaltung gab. Für den 3ZERO Creathon hat Peter verschiedene Non-Profit-Organisationen eingeladen, aktuelle Challenges zu bearbeiten, deren Ergebnis sie sich im Anschluss gegenseitig präsentieren:

Ich (Elke) bekam mit der ganzen Sache deshalb zu tun, weil Peter Spiegel auch im Vorstand der Future Skills Alliance ist, die zwei Challenges übernehmen sollte. Wir wiederum (unsere Diesterweg Hochschule e.V. und ich als ihre Repräsentantin) sind ja bei der Alliance aktives Mitglied, und so kam es dazu, dass mir eine der Challenges anvertraut wurde: Wie gelingt die Umsetzung der „Future Skills Agenda 2030“? – Eine neue Lehr-, Lern- und Prüfungskultur als Schlüssel zum Durchbruch.
Da ich allerdings durch die spontanen Absagen aller Teamkolleg:innen zu einer Sologruppe wurde, musste ich mit mir allein challengen, konnte aber dafür den Fokus auf das richten, was mich seit langem umtreibt: nicht nur Lehr-, Lern- und Prüfungskultur zu verändern, sondern die Bewertungskultur von Prüfungen bzw. Bildungsabschlüssen in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Ich bin überzeugt, eine faire Bewertung von Abschlüssen hat – quasi vom Ende her, dem Ergebnis eines Bildungsweges – große Wirkung ins System und kann zur „wahren“ Bildungsgerechtigkeit führen, nämlich nicht nur bezogen auf den gerechten Zugang zu Bildung, sondern auf die faire und arbeitsmarktgerechte Anerkennung von Abschlüssen.
In der anhängenden Präsentation für den Creathon skizziere ich zunächst den Hergang der Future Skills Agenda 2030, die vom FSA Workshop beim Bertelsmann Summit am 11.+12.3.25 initiiert und in der FSA gemeinschaftlich weitergeschrieben wurde. Den Bogen zur Challenge und ‚meiner Mission‘ machen die Open Educational Badges, die Julia Kleeberger auf dem Summit vorgestellt hat und die bei mir eine große Begeisterung ausgelöst haben. Denn diese Badges haben genau das Zeug dazu, durch ihre Transparenz und skills-zentrierte Ausrichtung zu mehr Bewertungsgerechtigkeit zu führen.
Eine internationale digitale Zertifizierung und zentrale Ablage von Zertifikaten kann nicht nur die Nachfrage von Berufen steuern und damit dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken, die Einbeziehung von zukunftsrelevanten und sozialkompetenten Fähigkeiten (zusätzlich zur Wissens- und Fachkompetenz) kann zudem die Bewertungskultur von Abschlüssen verändern. Das soziokulturelle und gemeinwohlorientierte Verhalten eines Menschen wird mitbewertet, was eine positive Auswirkung hat auf Gesellschaftskultur, Unternehmenskultur – und unsere Demokratie.
Auf der Future Skills Week im September wird das Thema von einem Experten-Panel beleuchtet, schaut mit rein!